Freitag, 4. Mai 2007

Venus Vina Musica

Musik

Sie umgibt uns fast überall. Ob wir nun im Supermarkt mit seichtem Gedudel beschallt werden oder der Gegenüber in der Bahn den Ghettoblaster mit voller Leistung laufen hat.

Ich für meinen Teil sitze gerade gemütlich vor meinem PC und höre mir Horizont von In Extremo an. Dabei kommt mir der Gedanke, ob Musik eine Bedeutung für mich hat. Und wenn ja, welche?

Die erste Frage ist schnell beantwortet: Hat sie definitiv. Und die geht weit über den Unterhaltungswert hinaus. Aber wie weit? Und in welche Richtung?

Diese Fragen sind nicht ganz so leicht zu beantworten. Ich werde es nun dennoch hier in dieser schriftlichen Form versuchen.

Fakt ist, dass ich je nach Gemütslage ganz andere Musik bevorzuge. Auf der anderen Seite hat aber die Musik, welche ich gerade höre auch einen spürbaren Einfluss auf meine Stimmung. Sprich, mit Musik ist definitiv etwas an Gefühlen verbunden.

Nun,für mich ist das so, dass ich gerne Dinge in Musikstücke hineininterpretiere. Und vorzugsweise Dinge, mit denen ich mich identifizieren kann. Das hat zu Folge, dass die Musik, der Songtext oder auch nur der instrumentale Teil plötzlich wie auf mich zugeschnitten wirkt. Sprich, ich höre meinen Gedankengängen zu.

Zum anderen ist es auch so, dass Musik für mich auch ein Mittel ist, mich mitzuteilen. Auf eine ganz besondere Art. Häufig ertappe ich mich dabei, wie ich die musikalische Beschallung an diejenigen anpassen, die neben mir auch mithören. Zum einen natürlich um Gästen oder Personen, die ich mag, auch ihrem Geschmack entsprechende Musik zu spielen. Ehrlicherweise muss auch gesagt werden, dass es durchaus auch mal dazu dient, Leute zu ärgern. Doch darauf will ich nicht hinaus.

Worauf ich abziele ist eher, dass ich den Mithörern etwas mitteilen will. Duch die Musik. Simpel ausgedrückt heisst das, wenn ich melancholische Musik spiele bin ich nicht bester Laune und wenn ich fröhliche Musik spiele bin ich ebenfalls fröhlich. Das ist nun natürlich sehr banal ausgedrückt. Oftmals teile ich unbewusst durch die Musik, die ich gerade höre, dem Mithörer sehr viel über mich und meinen momentanen Stand meiner Gedankenwelt und Stimmung mit. Er müsste nur genau hinhören.

Wem das nun ziemlich seltsam vorkommt, der soll doch bitte nochmals an den Kerl mit dem Ghettoblaster denken. Benutzt er den Ghettoblaster anstelle von beispielsweise Kopfhörern wirklich nur wegen der Soundqualität? Ich denke nicht. Er will, dass noch andere seine Musik hören. Er teilt viel über sich mit. Und viele Zuhörer nehmen diese Informationen auch auf und verarbeiten sie. Nehmen wir als Beispiel jemanden, der gut hörbar Jazz hört. Verbinden wir nicht automatisch gewisse Charaktereigenschaften mit dieser Person? Ich denke schon. Und ich bezweifele nicht, dass dabei auch durchaus mal ein Treffer gelandet wird.

Doch kehren wir zu mir zurück. Für mich gibt es viele Dinge, die ich nur sehr wenigenoder teilweise gar keinen Menschen anvertrauen möchte. Diese intimsten Gedanken flattern aber dennoch durch meinen Kopf und wollen nicht einfach unbeachtet im Vergessen verschwinden. Und genau solche Gedanken höre ich oft aus Musik heraus. Natürlich hat weder Komponist noch Sänger jemals diesen Gedanken gedacht während das Stück entstand und sehr wahrscheinlich hört niemand sonst denselben Gedanken aus der Musik.

Dennoch tut es einfach gut, diese heimlichen Gedanken laut zu hören, ohne dass es sonst jemand tut. Es gibt diesen Gedanken etwas an Fassbarkeit und mir ein Gefühl des Trosts. Ich kann diesen Gedanken dann wirklich vergessen ohne das Gefühl zu haben, etwas wichtiges übergangen zu haben. Und gewisse Gedanken, die sich wohl auf ewig in ein Gehirn eines Menschen eingebrannt haben, können so immer wieder aufgegriffen und mit gutem Gefühl zurückgelegt werden.

Und dann gibt es noch die dritte Art von Gedanken. Solche, die man nie laut aussprechen würde. Aber die einem doch auf der Zunge brennen. In diesen Fällen bleibt immer noch die wohl aussichtslose aber nichts desto trotz strahlende Hoffnung, dass der Mithörer sie ebenfalls hört und versteht. Eine verzweifelte Hoffnung könnte man sagen. Aber sind es nicht gerade diese, die am längsten brauchen um zu vergehen?


Nun, das ist natürlich nur einer von vielen Aspekten, die man hier erläutern könnte. Aber ich merke schon, dass der Eintrag viel zu lange wird. Deshalb belasse ich es für den Moment dabei und werde vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt auf das Thema zurückkommen.


Falls das nun jemand für sehr abstrakt oder gar völlig verrückt hält: Nun, Willkommen in der Welt meiner Gedanken.


Ich höre mir nun erstmals in Ruhe Ever Dream von Nightwish an.

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