Dienstag, 29. Mai 2007

Verregnete Gedankengänge


Als ich heute Morgen zur Arbeit ging war das Wetter schlecht. Damit will ich nicht sagen, dass es regnete oder kalt war. Es war wirklich schlecht. Wir haben Ende Mai und die Temperaturen trauen sich kaum über 10° Celsius. Dazu noch ein trüber Regen und dieser beissende Wind.

Also ein optimales Wetter um sich zuhause in eine warme Wolldecke einzukuscheln und von der Welt da draussen Abstand zu nehmen. Vorausgesetzt natürlich, das klappt. Bei mir hat es nicht geklappt. Eine unangenehme Verpflichtung die sich Arbeit nennt hat nach mir verlangt. Also hab ich mich wohl oder übel in das Unwetter gewagt.

Doch noch eine Wirkung neben dem unbändigen Wunsch nicht mit ihm konfrontiert zu werden hat ein solches Wetter auf mich. Es stimmt mich nachdenklich. Nicht im positiven Sinne, aber auch nicht im negativen. Völlig wertungsfrei also. Wieso das so ist? Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung.

Doch über was habe ich nun nachgedacht? Über eine ganze Menge. Und über gar nichts. Wie immer eigentlich.

Die erste Frage, die ich mir stelle, sobald ich in eine nachdenkliche Stimmung komme ist wie es mir eigentlich geht. Man kann nun denken, das sei eine selten dämliche Frage. Man weiss doch, wie es einem selber geht. Doch der philosophische Gehalt dieser Frage ist nicht zu unterschätzen.

Wie dem auch sei, meine Antwort war "gut". Ich denke wirklich, dass es mir gut geht. Die Prüfungsangst, welche mir in letzter Zeit meist unmerklich ein wenig zugesetzt hat ist nach den ersten Prüfungen grösstenteils verflogen.

Meiner Zukunft sehe ich mittlerweilen auch sehr freudig entgegen. Natürlich gibt es noch sehr viele Ungewissheiten und Probleme zu bewältigen. Und ich wäre ein Idiot wenn ich davon ausgehen würde, dass es einfach wird. Aber das ist auch gar nicht so wichtig. Ich weiss was ich will und ich weiss, dass ich es erreichen werde. Auf dem einen oder anderen Weg.

Und was noch viel wichtiger ist, ich weiss wieso ich es erreichen will und vor allem dass ich es wirklich erreichen will. Da ändern auch Murphys schlaue Sprüche nichts daran.

Doch nun sollte ich auch langsam zu den positiven Aspekten kommen. Oder habe ich bisher schon Positives aufgezählt. Ich glaube nicht ganz. Ich glaube eher, das sind Dinge, denen ich nun etwas positives abgewinnen kann. Eine ganze Menge sogar.

Folglich bleibt nicht mehr viel über die Frage des Gemütszustandes nachzudenken. Denn wie sollte der schon sein? Ich habe die beste Frau, die ich mir vorstellen könnte als Freundin. Ich habe ein klares Bild, wie ich mir meine Zukunft vorstelle. Ich bin überzeugt in ein paar Wochen mit meinem Fähigkeitszeugniss und der Berufsmatur dazustehen womit der Weg zu vielen neuen Möglichkeiten geebnet ist.

Wer unter diesen Umständen nicht fähig ist, glücklich zu sein, erstaunt mich. Damit spreche ich nicht von Stimmungsschwankungen oder schlechten Tagen. Sondern von der Grundeinstellung. Und um die zu erfahren, ist doch ein wenig Nachdenken erforderlich.

Womit ich auch schon bein der zweiten Frage wäre, die ich mir bei solchen Gelegenheiten stelle. Was kann ich tun, damit ich mich besser fühle? Und genau in dem Moment, in dem ich diese Frage hier gerade niederschreibe kommt mir die Idee für einen weiteren Blogeintrag. Aber mehr dazu in eben diesem Blogeintrag. Falls er denn zustande kommt.

Doch zurück zu der Frage. Die Tatsache, dass es mir gut geht ist noch lange kein Grund, die Frage nicht zu beantworten. Denn das Leben ist wie ein Fass ohne Deckel und Boden. So oder ähnlich hat es mal ein griechischer Philosoph ausgedrückt. Soll heissen, dass jederzeit eine Steigerung möglich ist.

Nun, ich habe auf jeden Fall vor, mich nicht auf dem momentanen Stand der Dinge zu sonnen. Ich weiss, dass ich viel vorhabe und ich werde daran arbeiten müssen um es umzusetzen. Und genau das werde ich auch tun.


Abschliessend lässt sich nur noch eines sagen:


Denkt auch ihr öfetrs mal darüber nach, wie es euch geht und was ihr daran wie ändern wollt.

Viel Spass dabei.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Hauch von Gefühlen


Eine Stimme.
Um Träume zu erschaffen.

Ein Blick.
Um die Träume wahr werden zu lassen.

Eine Berührung.
Um Glück eine neue Dimension zu geben.

Ein Humor.
Um Zeit verfliegen zu lassen.

Eine Distanz.
Um jede Bedeutung zu verlieren.

Ein Anblick.
Um Sorgen zu vergessen.

Ein Gefühl.
Um das Leben lebenswert erscheinen zu lassen.


Siehst du, wie ich hier stehe?
Ich bin immer bei dir.
In meinen Gedanken.

Hörst zu, wieviel du mir bedeutest?
Ich sage es immer wieder.
Zu mir selber.

Fühlst du, wie ich mich nach dir sehne?
Ich vermisse dich.
Sobald ich dich nicht mehr sehe.

Spürst du, wie ich dich küsse?
Ich tu es immer wieder.
In meiner Erinnerung.

Merkst du wie ich mit dir lache?
Ich geniesse es.
Mit dir.

Erinnerst du dich, wie wir uns kennenlernten?
Ich denke daran.
Und kann es nie vergessen.

Denkst du, ich bin glücklich?
Das bin ich.
Durch dich.

Verstehst du, was passiert?
Musst du nicht.
Wichtig ist nur, dass es passiert.

Geniesst du die Zeit?
Das hoffe ich.
Denn ich geniesse sie.

Weisst du, was mir das wichtigste ist?
Das bist du.
Meine Liebe.


Die Stimme verklingt.

Der Blick schweift ab.

Die Berührung vergeht.

Der Humor wandelt sich zu Ernst.

Die Distanz wird grösser.

Der Anblick wird zu einer Erinnerung.



Doch das Gefühl bleibt.
Ein gutes Gefühl.
Ein angenehmes Gefühl.
Ein Gefühl, geliebt zu werden.
Ein Gefühl, zu lieben.




Ich liebe dich!

Freitag, 4. Mai 2007

Venus Vina Musica

Musik

Sie umgibt uns fast überall. Ob wir nun im Supermarkt mit seichtem Gedudel beschallt werden oder der Gegenüber in der Bahn den Ghettoblaster mit voller Leistung laufen hat.

Ich für meinen Teil sitze gerade gemütlich vor meinem PC und höre mir Horizont von In Extremo an. Dabei kommt mir der Gedanke, ob Musik eine Bedeutung für mich hat. Und wenn ja, welche?

Die erste Frage ist schnell beantwortet: Hat sie definitiv. Und die geht weit über den Unterhaltungswert hinaus. Aber wie weit? Und in welche Richtung?

Diese Fragen sind nicht ganz so leicht zu beantworten. Ich werde es nun dennoch hier in dieser schriftlichen Form versuchen.

Fakt ist, dass ich je nach Gemütslage ganz andere Musik bevorzuge. Auf der anderen Seite hat aber die Musik, welche ich gerade höre auch einen spürbaren Einfluss auf meine Stimmung. Sprich, mit Musik ist definitiv etwas an Gefühlen verbunden.

Nun,für mich ist das so, dass ich gerne Dinge in Musikstücke hineininterpretiere. Und vorzugsweise Dinge, mit denen ich mich identifizieren kann. Das hat zu Folge, dass die Musik, der Songtext oder auch nur der instrumentale Teil plötzlich wie auf mich zugeschnitten wirkt. Sprich, ich höre meinen Gedankengängen zu.

Zum anderen ist es auch so, dass Musik für mich auch ein Mittel ist, mich mitzuteilen. Auf eine ganz besondere Art. Häufig ertappe ich mich dabei, wie ich die musikalische Beschallung an diejenigen anpassen, die neben mir auch mithören. Zum einen natürlich um Gästen oder Personen, die ich mag, auch ihrem Geschmack entsprechende Musik zu spielen. Ehrlicherweise muss auch gesagt werden, dass es durchaus auch mal dazu dient, Leute zu ärgern. Doch darauf will ich nicht hinaus.

Worauf ich abziele ist eher, dass ich den Mithörern etwas mitteilen will. Duch die Musik. Simpel ausgedrückt heisst das, wenn ich melancholische Musik spiele bin ich nicht bester Laune und wenn ich fröhliche Musik spiele bin ich ebenfalls fröhlich. Das ist nun natürlich sehr banal ausgedrückt. Oftmals teile ich unbewusst durch die Musik, die ich gerade höre, dem Mithörer sehr viel über mich und meinen momentanen Stand meiner Gedankenwelt und Stimmung mit. Er müsste nur genau hinhören.

Wem das nun ziemlich seltsam vorkommt, der soll doch bitte nochmals an den Kerl mit dem Ghettoblaster denken. Benutzt er den Ghettoblaster anstelle von beispielsweise Kopfhörern wirklich nur wegen der Soundqualität? Ich denke nicht. Er will, dass noch andere seine Musik hören. Er teilt viel über sich mit. Und viele Zuhörer nehmen diese Informationen auch auf und verarbeiten sie. Nehmen wir als Beispiel jemanden, der gut hörbar Jazz hört. Verbinden wir nicht automatisch gewisse Charaktereigenschaften mit dieser Person? Ich denke schon. Und ich bezweifele nicht, dass dabei auch durchaus mal ein Treffer gelandet wird.

Doch kehren wir zu mir zurück. Für mich gibt es viele Dinge, die ich nur sehr wenigenoder teilweise gar keinen Menschen anvertrauen möchte. Diese intimsten Gedanken flattern aber dennoch durch meinen Kopf und wollen nicht einfach unbeachtet im Vergessen verschwinden. Und genau solche Gedanken höre ich oft aus Musik heraus. Natürlich hat weder Komponist noch Sänger jemals diesen Gedanken gedacht während das Stück entstand und sehr wahrscheinlich hört niemand sonst denselben Gedanken aus der Musik.

Dennoch tut es einfach gut, diese heimlichen Gedanken laut zu hören, ohne dass es sonst jemand tut. Es gibt diesen Gedanken etwas an Fassbarkeit und mir ein Gefühl des Trosts. Ich kann diesen Gedanken dann wirklich vergessen ohne das Gefühl zu haben, etwas wichtiges übergangen zu haben. Und gewisse Gedanken, die sich wohl auf ewig in ein Gehirn eines Menschen eingebrannt haben, können so immer wieder aufgegriffen und mit gutem Gefühl zurückgelegt werden.

Und dann gibt es noch die dritte Art von Gedanken. Solche, die man nie laut aussprechen würde. Aber die einem doch auf der Zunge brennen. In diesen Fällen bleibt immer noch die wohl aussichtslose aber nichts desto trotz strahlende Hoffnung, dass der Mithörer sie ebenfalls hört und versteht. Eine verzweifelte Hoffnung könnte man sagen. Aber sind es nicht gerade diese, die am längsten brauchen um zu vergehen?


Nun, das ist natürlich nur einer von vielen Aspekten, die man hier erläutern könnte. Aber ich merke schon, dass der Eintrag viel zu lange wird. Deshalb belasse ich es für den Moment dabei und werde vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt auf das Thema zurückkommen.


Falls das nun jemand für sehr abstrakt oder gar völlig verrückt hält: Nun, Willkommen in der Welt meiner Gedanken.


Ich höre mir nun erstmals in Ruhe Ever Dream von Nightwish an.

Mittwoch, 2. Mai 2007

Ist doch logisch...oder?

Nun habe ich also meinen eigenen Blog. Eine scheussliche Wortkreation, wie ich finde. Nicht unbedingt vom Klang her, aber mir missfallen unlogische Wortkreationen. Und wie man "Weblog" mit "Blog" abkürzen kann, erschliesst sich mir leider nicht im geringsten.

Als unlogisch empfinde ich auch das Verhalten vielerlei Menschen, was mich an der Theorie über den logisch denkenden Menschen stark zweifelnd lässt. Doch all diejenigen, die jetzt in Erwartung eines "Die Menscheheit ist so schlecht" Textes zum Selbstschutz ihrer überstrapazierten Nerven das Fenster gleich wieder schliessen möchten, seien beruhigt. Mir geht es hier nicht darum, über die Ungerechtigkeit der Welt zu lamentieren. Ganz im Gegenteil. Doch mehr dazu soll nur derjenige erfahren, der bis zu diesem Moment dem Drang, das Fenster wegzuklicken, widerstehen konnte.

Was mich immer wieder fasziniert ist die Wandelbarkeit gewisser Menschen. Ich meine damit die Fähigkeit sich zu ändern, ohne anders zu werden. Ein recht verwirrender Satz, das gebe ich zu. Aber ich finde, er beschreibt das Gemeinte sehr schön. Stellen wir uns mal vor, wir sehen eine uns bekannte Person nach einer nicht näher definierten Zeit wieder. Es kann sich dabei um Tage aber auch Jahre handeln, das ist nicht weiter wichtig. Stellen wir uns also vor, wir sehen sie wieder und denken uns "Boah, hätte ich kaum wiedererkannt. Hat sich ja total verändert". Ein durchaus normaler Gedanke den wohl so ziemlich jeder kennen dürfte.

Es soll nun aber nicht bei dem Augenblick des Treffens und Wiedererkennens bleiben. Wir gehen nicht einfach weiter, sondern setzen uns mit dieser Person auseinander. Reden mit ihr. Erfahren etwas über die Person. Hören uns die Erlebnisse dieser Person an. Lernen sie besser kennen.

Und irgendwann kommt der Gedanke, dass sie sich wohl doch nicht so stark verändert hat. Eine neue Haarlänge, vielleicht sogar eine neue Haarfarbe. Neue Kleidung wahrscheinlich und unter Umständen auch sonst ein neues Aussehen. Häufig ist auch neue Gedankengut dazu gekommen, neue Ideen, Pläne und Einstellungen.

Doch trotz alledem kommt mit der Zeit das Gefühl auf, dass die Person einem genauso vertraut ist wie eh und je. Dass man sie immer noch kennt und einschätzen kann. Dass sie immer noch das Arschloch von früher ist. Oder der gute Kumpel mit dem man Pferde stehlen konnte.

Hat sich die Person nun verändert? Offensichtlich nur oberflächlich. Für mich folgt daraus fast zwangsläufig eine zentrale Frage: Können wir uns überhaupt verändern? Können wir bestimmt, aber irgendwie auch wieder nicht. Niemand streitet ab, das gewisse prägende Erlebnisse das Leben eines Menschen verändern können. Und nicht nur die, selbst die kleinste Begebenheit beeinflusst uns auf irgend eine Weise.

Dass nicht alles bleibt wie es ist betrachte ich als Tatsache. Freundschaften zerfallen, Meinungen ändern sich und auch die Welt als Gesamtes ist in stetigem Wandel.

Doch wieviel Einfluss hat das alles auf uns selber. Verändern wirklich wir uns, oder verändern sich nur unsere Beziehungen und Verbindungen zu anderen Dingen? Ich bin der Meinung, irgendwo bleiben wir alle gleich. Ein Leben lang. Ein Teil von uns wird einmal geformt und bleibt dann konstant, während sich alles drum herum verändert.

Eine teilweise beängstigende Vorstellung, wenn man bedenkt wieviele doch insgeheim darauf warten, dass man selber irgendwann mal anders, besser wird. Auf der anderen Seite ist es aber auch sehr beruhigend zu wissen, das man auf gewisse Dinge ewig zählen kann.