Donnerstag, 28. Juni 2007

Kleine Fabel

»Ach«, sagte die Maus, »,die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.« - »Du mußt nur die Laufrichtung ändern«, sagte die Katze und fraß sie.

Franz Kafka

Alles Zeitverschwendung!


Was mache ich eigentlich hier? Ich schreibe an meinem Blog und opfere Zeit dafür, obwohl es so viele wichtigere und sinnvollere Dinge zu tun gibt. Bestimmt auch eine Menge Dinge, die mehr Spass machen würden. Was also treibt mich dazu, meine Zeit so zu verschwenden?

Und was zum Teufel wäre eine optimale Nutzung meiner Zeit? Das ist sicher nicht einfach zu beantworten, sonst müsste ich ja nicht so viel Zeit zum schreiben dieses Eintrags opfern. Um die Frage zu beantworten muss erst einmal etwas Grundsätzliches geklärt werden, nähmlich was man in seinem Leben erreichen will. Wenn man nichts erreichen will, gibt es keine Zeitverschwendung, den dann hat man sein Ziel ja schon von Anfang an erreicht und hat die restliche Zeit über.

Wenn man aber ein Ziel hat, müsste jegliche Zeit, die man nicht zum erreichen dieses Ziels nutzt als verschwendet gelten. Ich meine dabei nicht Ziele wie einmal nen Porsche besitzen oder ne Weltreise. Das sind keine Lebensziele.

Vielleicht ist jedoch auch der Ausdruck "Ziel" ein wenig falsch gewählt. Jedoch klingt "Sinn des Lebens" so abgedroschen. Wie dem auch sei, es kommt aufs gleiche raus. Rein biologisch betrachtethat der Mensch ja, wie jedes andere Lebewesen, nur einen Zweck: Die Fortpflanzung. Doch der Mensch hat nun mal das Quentchen Intelligenz, was ihn dazu verleitet, sich noch weitere Zwecke auszudenken, um seinem Leben mehr Sinn zu geben.

Was könnte ein normaler Mensch denn, von der Fortpflanzung abgesehen, noch für Ziele haben. Würde man sich da ein wenig umhören wäre wohl mit Abstand die häufigste Antwort, dass man glücklich sein will.

Nehmen wir also mal die Zufriedenheit eines Menschens als Lebensziel. Wie wird ein Mensch glücklich? Ich würde sagen, durch das stillen von Bedürfnissen. Und die sind bei jedem Menschen individuell. Zumindest ein wenig. Aber sie lassen sich immer wieder auf 5 Kategorien zurückführen, die aufeinander aufbauen. Diese Erkenntniss stammt übrigens von Abraham Maslow, welcher die Zusammenhänge mit einer Bedürfnisspyramide aufgezeigt hat.

Glaubt man nun dieser Theorie, führt das stillen eines Bedürniss zur Erweckung eines neuen. Sind zum Beispiel die Grundbedürfnisse wie Hunger, Durst und Schlaf gestillt, wünscht sich der Mensch eine gewisse Sicherheit.

Aber ich schweife zu sehr ab. Was ich damit sagen will, ist eigentlich, dass es sich um eine Steigerung handelt. Ist man also mal zufrieden gestellt, kommen bald neue Wünsche auf, die Unzufrieden machen wenn sie nicht gestillt werden. Folglich ist es also ein ewiges Streben.

Um nun zum Anfangsthema zurückzukehren, ist eines meiner Bedürfnisse, mich mitzuteilen. Dem gehe ich hiermit nach. Folglich kann es wohl kaum Zeitverschwendung sein.

Dienstag, 5. Juni 2007

Phobie

Eine Phobie, auch phobische Störung, ist eine krankhafte, das heißt unbegründete und anhaltende Angst vor Situationen, Gegenständen, Tätigkeiten oder Personen, allgemein vor dem phobischen Stimulus. Sie äußert sich im übermäßigen, unangemessenen Wunsch, den Anlass der Angst zu vermeiden. Der Begriff Phobie wird jedoch auch im nichtmedizinischen Sinne für Abneigungen aller Art gebraucht.

(aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)




Ich denke mal, jedem ist der Begriff bekannt. Eine Phobie. Eine sogenannte unbegründete Angst. Es gibt sie in den verschiedensten Variationen und Ausprägungen. Gewisse Leute haben Angst vor Spinnen, andere fürchten sich in Engen räumen oder grossen Menschenmassen. Ich persönliche leide an Akrophobie, besser bekannt als Höhenangst. Deshalb will ich auch kurz auf diese spezielle Phobie eingehen.

Es handelt sich dabei nicht um, wie oft angenommen, eine Angst die bei sehr hohen Höhen auftritt. Schon wenige Meter ABstand zum Boden können durchaus eine Reaktion auslösen. Bei mir persönlich ist es so: Steh ich auf einem Tisch wird mir mulmig. Steh ich auf einer Leiter wirds wirklich unangenehm. Dass die Spitze des Eiffelturms folglich nicht mein liebster Aufenthaltsort ist, versteht sich wohl von selbst.

Was ich damit sagen will, eine Phobie ist nicht nur ein gutes Thema für einen Horrorfilm. Es ist auch ganz was alltägliches. Und manchmal auch etwas ziemlich nerviges. Doch so alltäglich das Thema sein mag, so komplex ist es doch im Grunde. Wirklich komplett ergründen konnte man die tatsächliche Ursache für Phobien bisher nicht.

Fest steht, dass Phobien sehr nahe mit der ganz normalen Angst verwandt sind, die jeder kennt. Nur soll die "normale" Angst als Abwehrreflex dienen und uns in potentiell gefährlichen Situationen helfen. Phobien treten dagegen dann auf, wenn die Situation nicht gefährlich für uns ist. Doch wieso treten sie überhaupt auf? Die gängige Theorie das Phänomen so, dass es durch Konditionierung zustanden kommt.

Nehmen wir also mal einen typischen Auslöser für Angst, einen lauten Knall. Ein solcher löst bei jedem Menschen eine Angstreaktion aus. Befindet man sich nun zum Beispiel zur Zeit des Knalls unter Wasser, wird diese Tatsache ebenfalls in die Angstreaktion miteinbezogen. Übertrieben ausgedrückt erwartet man nun also jedes mal, wenn man sich unter Wasser befindet, unbewusst einen lauten Knall. Dieser dürfte jedoch in den meisten Fällen ausbleiben. Also wird durch den Wegfall des eigentlichen Angstauslösers die Ansgt davor weiter verstärkt. Und schon haben wir eine wunderbare Phobie.

Nun ist das Beispiel natürlich sehr drastisch formuliert und ich denke kaum jemand mit Angst vor Wasser kann sich an einen solchen Vorfall erinnern. Doch in den meisten Fällen ist es auch kein einmaliger drastischer Vorfall, der eine Phobie auslöst, sondern eine Häufung kleiner, unbemerkter Vorfälle.

Nun, was genau bei mir der Auslöser war weiss ich nicht. Ich weiss nur, dass ich eine ungeheure Angst vor dem Fallen habe. Ich kann mir nicht viel schrecklicheres vorstellen als aus grosser Höhe zu fallen. Öfters habe ich träume von Fallerlebnissen, sei es in einem Auto, Flugzeug oder einfach so. Glaube ich Sigmund Freud, habe ich wohl den geheimen Wunsch zu fliegen. Glaub ich anderen Traumdeutungen, werde ich wohl durch einen Fall sterben.

Sehr interessante Theorien zu dem Thema hat auch Fritz Riemann. Er ist der Meinung, jeder Mensch hätte bestimmte Ängste, die ihn von anderen Menschen unterscheiden. Und er hat vier Klassifikationen aufgestellt, in die man die verschiedenen Typen einteilen kann.



Laut Riemann hat nun jede Phobie ihre Ursache in dieser Klassifikation. Er ist der Meinung, diese Grundängst seien unvermeidlich und wichtig für unsere Entwicklung. Sollte man versuchen, diesen Ängsten auszuweichen wären andere schlimmere Ängste die Folge. Und genau so sollen auch Phobien zustande kommen. Wenn man sich gegen seinen Angsttyp wehrt sozusagen.

Wie genau nun Phobien zustande kommen und was für eine >Rolle sie in unserer Entwicklung spielen, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Tatsache ist, dass sie existieren. Und wir wohl damit leben müssen.


Zum Abschluss möchte ich noch jeden Interessierten dazu animieren, sich das Bild am Anfang des Posten hier noch in gross anzusehen. Wer nach ein paar Sekunden ein mulmiges Gefühl bekommt, der weiss wohl nun sehr genau, was Akrophobie heisst.